Analyse: Schmetterlinge und Enkel-Trick
Mein Weg 50. Teil
Vergleich der Gefühle
Freudig leicht
Tief getroffen
Fortsetzung, Analyse:
Vielleicht beginnen Sie nun zu verstehen, warum ich die Schmetterlinge und den Enkeltrick hier vergleiche. Es geht um Gefühle und Körperreaktionen, um Schaltmechanismen, die schneller reagieren als unser Verstand. In solchen brenzligen Situationen sind weder Ich-Gedanken da, die nützliche Unterweisungen geben könnten, noch ist der Menschenverstand klar.
Einige Zeit später wollten die Ichs anfangen und mich kritisieren, wie ich anders hätte reagieren sollen. Sie analysierten die Situation tatsächlich so, dass ihre Interpretationen das Thema völlig verfehlten. Ich ließ ihnen keinen Raum, denn ich begann in kindlicher Sprache zu denken. In dem Moment sind die Ichs verwirrt und verschwinden.
Ich bin so dankbar, all die Studien, die ich im Laufe der Jahre absolviert habe, nun in voller Gänze einsetzen zu können, um sowohl den Schmetterlingsmorgen als auch den Enkeltrick-Trick aus einer gewissen Distanz wie eine Beobachterin zu betrachten, um die Gefühle besser verstehen zu können.
Bei letzterem war meine Distanz nicht ganz so objektiv, wie ich dachte, denn die negativen Gefühle, die der Anruf in mir ausgelöst hatte, saßen tiefer als zunächst angenommen. Ich setzte meine Behandlung des Posttraumatischen Belastungssyndroms fort. Danach ging es mir wesentlich besser. Ich habe es trotzdem noch einigemale in der Familie erzählt und gespürt, dass noch immer Emotionen hochkamen. Was zeigt, dass Teile des Schocks weiterhin irgendwo im Körper gespeichert sind.
Als ich wieder einmal in meinem Garten saß und die Wärme sowie die Blumen und Tiere genoss, kam mir der Gedanke, dass ich nicht genug auf meinen Körper eingegangen war, wie er es vielleicht gerne gehabt hätte. Damit meine ich den Teil, der wie ein kleines Kind fühlt. Er kann die Situation nicht wie ein Erwachsener verstehen. Der Körper speichert seine für ihn verständlichen Gefühle so, dass er sie bei nächster Gelegenheit in ähnlichen Situationen wieder aufleben lässt. Selbst wenn der Verstand die Situation abtut und beschwichtigt. Solange Körper und Verstand auf verschiedenen Ebenen agieren, kann das zu Schmerzen und Krankheit führen.
Erst durch die Behandlung dieser kindlichen Körpergefühle ist eine Veränderung möglich.
Bleibt der Schreck mit all seinen Emotionen im Körpergedächtnis stecken, wird der Körper unseren Verstand, also den Geist, regieren und nicht umgekehrt. Wir beginnen, unsere dadurch fehlgeleiteten Gedanken ständig zu wiederholen. Die Wiederholung wird zur Prägung und wir glauben, was wir denken, und identifizieren uns mit diesen Gedanken. Dabei sind sie nur die Antwort auf die nicht verarbeiteten, traumatischen Gefühle und Emotionen des Körpers. Wir werden zu einem anderen Menschen, der nicht mehr er selbst ist, sondern so handelt, wie er nie handeln würde, wenn der Schock aus dem Körper gelöst wäre.
Während ich mich im Heilzustand befand, spürte ich in meinen Körper hinein und wollte wissen, wie es ihm geht, während ich mir die Anrufszene noch einmal ins Gedächtnis rief. Sofort begann ich wie ein kleines Kind, das übergangen wurde und bei dem man nicht auf seine Bedürfnisse eingegangen ist, zu weinen. Ich nahm meinen Körper und die Gefühle imaginär in den Arm, weinte kurz und spürte ein Zucken durch Mark und Bein. Dann verschwanden die negativen Gedanken und mein Körper entspannte sich intensiver als bei meiner Garten-Schmetterlings-Meditation.
Das bedeutet, dass mir dieser Anruf einen Rest-Stress hinterlassen hatte, der dauerhaft geschwelt hätte, wenn mir nicht diese Übung eingefallen wäre. Die Menschen, die solche Maschen anwenden, verstehen offenbar viel von unserem Organismus. So wie es nämlich Heilwellenlängen gibt, zum Beispiel 432-Herz-Frequenzen, die beruhigend und harmonisierend wirken sollen, gibt es auch Frequenzen, die Schmerzen an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Tiefen im Körper auslösen können. Dieser hohe Extremstress, dessen Kurve unbemerkt gleichmäßig verläuft, kann krank machen. Er unterscheidet sich von einer wirklichen Gefahr. Zum Beispiel: Löwe steht vor uns. Dieser Stresslevel steigt schnell hoch und fällt meist rapide ab, wenn die Gefahr gebannt ist und der Löwe sich wieder zurückgezogen hat.
Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir mehrere solcher Stressfaktoren gesammelt haben, sie zu unserem Alltag geworden sind und wir bei Entspannungsübungen meinen, wir seien entspannt. Dabei sind wir immer noch auf 100 statt auf 10.
Der Körper speichert eine Menge solcher Wellenlängen und kann eine Weile kompensieren. Wenn das Fass aber überläuft, erinnert er sich und das schmerzt extrem.
Ich probierte eine andere Variante, und zwar mit meinen Organen. 1. Schilddrüse, 2. beide Lungen, 3. Herz, 4. Herzbeutel, 5. der Leber, 6. Galle, 7. die Magin, 8. Milz, 9. Bauchspeicheldrüse, 10. der Dünndarm, 11. Dickdarm, 12. die Blase und 13. die Nieren.
Ich stellte mich in die Situation hinein, während ich im Garten das Leben und die Natur genoss. Ausnahmslos alle Organe fühlten sich kindlich leicht an und empfanden die gleiche Freude wie Ulrike und das vegetative Nervensystem.
Beim Enkel-Trick-Anruf stockte Nr. 1 der Atem, konnte sich nicht mehr bewegen, Nr. 2 hatten einen flachen Atem, Nr. 3 bekam Herzklopfen bis hin zum Kammerflimmern, 4. zog sich schützend eng um das Herz, sodass es fast keine Luft mehr bekam. 5. hatte seine Arbeit vergessen, 6. fühlte sich aufgebläht an, 7. war total schlaff, 8. war stumm, 9. verkroch sich wie ein kleines Kind hinter der Magengrube, 10. verkrampfte sich , 11. war ebenso schlaff wie die Magin, 12. war schlaff und wusst nicht für was sie da war, 13. bekamen keine Luft, waren total verkrampft und dem Körper stockte der Blutfluss.
All dem liegt eine enorme Kaskade biochemischer Vorgänge im gesamten Körper zugrunde. Und das alles nur wegen eines kurzen Anrufs.
Ein bisschen traurig bin ich schon, dass etwas Schreckliches, auch wenn wir es analysiert und verarbeitet haben, so viel mehr Schaden angerichtet hat als das Liebevolle, das sich schnell verflüchtigt wie Glück, beinahe wie ein Schmetterling Gutes tut.
Durch das Schatzkästlein hält es vielleicht länger, und durch die Fotografien, mit denen ich diese Szenen festgehalten habe, kann ich es bildlich und gedanklich wiederherstellen und möglicherweise auch die Gefühle. Das käme dann dem positiven Festhalten gleich.
Kurze Erläuterung zu der Magin und die Leber. In meinem Buch „Wandeltreue“ habe ich mich etwas über das Gendern ausgelassen und gemeint, dass es uns auch guttun würden, wenn wir das Gendern bei unseren Organen beginnen. Der Magen ist im Grunde weiblich, denn sie ist die Empfangende. In meinen Aufstellungen stand sie oft für die Mutterfigur oder für die Weiblichkeit.
Die Leber hat sich in Aufstellungen für die Männlichkeit gezeigt. Sie ist, wie von alters her, der Mann, der für seine Familie sehr viel tut und sich schützend über die Magin legt und auch das Kind, das Pancreas oder die Bauchspeicheldrüse genannt wird.

Ich möchte den Menschen dort abholen, wo er steht, ihn ein Stück begleiten, damit er selbstständig weitergehen kann.