Von Müttern, Vätern und Kindern
Mein Weg 51. Teil
Leihmutterschaft
Familienaufstellung
Kinderwunsch um jeden Preis
Wie Sie sich sicher denken können, geht es um die brandneue Geschichte rund um Leihmutterschaft und die Wünsche derer, die Kinder käuflich erwerben, nachdem sie diese in einem Katalog ausgesucht haben. Man hat mich gefragt, welches Ausmaß das in der Familienaufstellung hat.
Zunächst möchte ich sagen, dass es schon immer Unregelmäßigkeiten in Familien gab, die sich in meinen Familienaufstellungen gezeigt haben. Ich arbeite seit etwa dreißig Jahren mit Familienaufstellungen und zuerst zeigten sich Problematiken aus dem Zweiten Weltkrieg. Beispielsweise wurde die Mutter vergewaltigt oder sie hatte sich mit einem „Amerikaner“ eingelassen, der anschließend in sein Land zurückging. Es gab Vergewaltigungen, Missbrauch und ungewollte Kinder, sowie Väter, die nach der Zeugung verschwunden sind. Es kamen Familiengeheimnisse ans Licht, bei denen eine kinderreiche Schwester einfach ein oder zwei Kinder der kinderlosen Schwester überließ. Das war nirgends registriert und galt als unausgesprochene Tatsache.
Es gab zum Beispiel eine Frau Mitte vierzig, die mir bei einer Krankengymnastikbehandlung ganz nebenbei erwähnte, dass sie sich in ihrem Leben nie richtig gefühlt hatte. Ich war damals noch unerfahren und konnte deshalb keinen Bezug finden, als ich mich einfach mal für die Patientin und ihre Eltern stellte. Als ich jedoch intuitiv die Erzeugereltern dazustellte, strahlte das Kind und sagte „Mama, Papa”. Es blieb nicht nur bei dieser Aufdeckung. Einige Tage später wollte ihr Ziehvater, der schwer krank war, seiner Tochter ein Geheimnis anvertrauen. Er berichtete in allen Einzelheiten, wie es zu der nicht registrierten Adoption gekommen war. Oft zeigt sich bei Aufstellungen ein Geheimnis und ein paar Tage später löst sich etwas in der ganzen Familie. Die Patientin krempelte danach ihr ganzes Leben um, privat wie beruflich. Jahre später trafen wir uns beim Einkaufen und sie berichtete, dass sie endlich angekommen sei und sich goldrichtig auf dieser Erde fühle.
Ein anderer Fall, der mich staunen ließ, war, als eine Frau wegen ihrer pubertierenden Tochter zu mir kam, um eine Aufstellung zu machen. Damals stellte ich zunächst immer sehr klassisch die Familie auf: Vater, Mutter, Kind und Geschwister. Energetisch hatten Vater und Mutter keinen wirklichen Bezug zu ihrem Kind. Ich fragte nach, ob sie die Tochter adoptiert hatten. Es kam ein entrüstetes „Nein” zurück. Egal, ob ich Großeltern oder Geschwister der Eltern dazustellte. Ich kam nicht weiter. Ich meinte, dass irgendetwas nicht stimme. Da erklärte die Frau, dass ihre Tochter in einem Labor durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugt wurde. Das Kind war ein „Retortenbaby“.
Ich stellte den Arzt und die medizinische Fachangestellte zu dem Kind, und sofort sagte es „Mamma, Papa“. Ich war über diese Entdeckung geschockt und vermutete, dass ich mich mit meiner intuitiven Einschätzung geirrt hatte. Doch dann kam eine zweite Mutter mit einem ähnlichen Anliegen zu mir und ich stellte erneut den Arzt und eine Ärztin auf. Mehr Erfahrung habe ich damit leider nicht.
Bei Leihmutterschaft gibt es viele Varianten. Der Fall des bekannten Politikers und seines Mannes ist besonders auffällig, weil er selbst Anteil beim Verbot einer Leihmutterschaft in Deutschland hat und nun seine eigenen Gesetze umgeht.
Ich habe mich tatsächlich hinreißen lassen, mich über diesen Politiker aufzuregen, da er alles Strafbare tun kann, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden (Maskenaffäre). Ich habe im letzten Quartal meine Vorsteuer sieben Tage später überwiesen, weil ich zwischendurch kein Internet hatte. Am 17. des Monats habe ich bezahlt und am 23. des Monats hatte ich schon den Brief vom Finanzamt mit 10 % Säumniszuschlag, den ich zahlen musste.
Ich habe eine Meditation mit einem Mantra durchgeführt, das „Isch resch misch nett uff“ lautete. Um mich in meiner jetzigen Situation gut zu fühlen, sollte ich anerkennen, was ist, und zustimmen, wie es ist. Dadurch bekomme ich Abstand. Denn ändern kann ich nur meine Einstellung zur Sache.
Es soll um die Familienaufstellung gehen. Wie würde ich eine solche Aufstellung nun durchführen? Schon vor dreißig Jahren wurden Kinder durch Leihmütter ausgetragen. Manche Frauen scheinen regelrechte Gebärmaschinen zu sein. Das sind alles Halbgeschwister.
Zunächst stelle ich dem Kind gegenüber den Samenspender als Vater auf. Sein Mann steht nur am Rande, da er nicht blutsverwandt ist. Weiter stelle ich die Frau auf, die die Eizelle gespendet hat, sowie den Arzt oder die Ärztin, die die außeruterine Zeugung vorgenommen haben, und die Leihmutter. Ich habe keine Ahnung, ob es noch Halbgeschwister gibt und wenn ja, wie viele und von wem. Ebenfalls müsste ich jeweils die Eltern der Aufgestellten Personen aufstellen, wenn das Thema des Kindes in die Ahnenreihe gehen müsste.
Wo und in welcher Familie hat das Kind seinen Platz? Ich habe festgestellt, dass es selbst in intakten Familien schwer ist, seinen eigenen Platz in der Familie einzunehmen. Wer keinen Standpunkt hat, kann ihn auch nicht vertreten.
Ich dachte zum Beispiel immer, ich sei das zweite Kind meiner Eltern, bis ich bei einer Aufstellung herausfand, dass es vor mir noch einen zu früh totgeborenen Jungen gab. Als ich mich auf die dritte Stelle, also meinen Platz, stellen konnte, hat sich vieles in meinem Leben zum Guten verändert.
Eltern wünschen sich ein Kind, egal um welchen Preis. Wortwörtlich: Preis. In den USA zahlen sie 100.000 $ oder sogar das Doppelte. Sie schließen große Verträge ab. Darin steht unter anderem, dass die Käufer vom Kauf zurücktreten und eine Abtreibung verlangen können, wenn das Kind im Mutterleib nicht ganz gesund ist.
Die Leihmutter muss von Anfang an eine emotionale Sperre gegenüber dem Embryo aufbauen, um nicht emotional zu zerbrechen, wenn sie das Kind direkt nach der Geburt abgeben muss. Was bedeutet das für das Kind? Es wurde gekauft. Es ist eine Handelsware. Es hat alle Gefühle der Mutter aufgenommen: ihren Herzschlag, ihren Geruch, ihre Stimme. Über ihre Nabelschnur wird es versorgt. Dieses Kind trägt den ganzen Durcheinander der Erwachsenen wie ein Joch auf den Schultern.
Da fällt mir ein Fall ein, der auch durch die Presse ging: Eine Frau hatte eine kranke Leber und bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte davon entfernt werden musste. Die Ärzte waren über einen Teil der Leber erstaunt, da dieser gesund und viel frischer aussah. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass dieser Teil der Leber männliche Zellen enthielt. Sie stammten von ihrem Sohn. Daraufhin untersuchte man mehrere Fälle und es zeigte sich, dass sich Zellen von Mutter und Kind im Mutterleib austauschen.
Eine andere Studie zeigte, dass das Kind bis zum 21. Lebensjahr mit seiner Blutzusammensetzung auf die Unzulänglichkeiten der Mutter reagiert. Beider Blutentnahmen zeigten dieses Phänomen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin spricht man von dem Vorhimmels-Qi, einer sehr wichtigen Energie, die uns unser ganzes Leben lang begleitet. Damit sind beispielsweise die Zeugungsenergie und die Energie gemeint, die die Eltern bei der Zeugung empfunden haben.
Bei Familienaufstellungen konnte ich feststellen, ob die Eltern sich beim Zeugungsakt zugetan waren, ob es sich um ein Abreagieren handelte, ob ein Missbrauch stattfand oder sogar Gewalt angewendet wurde, wenn ich bis zur Zeugung zurückging. All das ist im kleinen Körper gespeichert. Während sich das Embryo aus drei Keimblättern entwickelt, spielt das Befinden der Mutter eine Rolle. Ihre Emotionen, Gedanken und ihr Verhalten können blockieren oder eine freie Entfaltung zulassen.
Ein amerikanischer Psychologe und Hypnotherapeut hat in den 1980er Jahren den Beginn unseres Bewusstseins im Mutterleib untersucht. Er befragte Kinder und ihre Mütter unter Hypnose getrennt voneinander über die Zeit der Schwangerschaft und der Geburt. Es gab sehr viele Übereinstimmungen. Das war verblüffend, da man lange annahm, dass Kinder im Mutterleib nichts von den Emotionen der Mutter oder von Geräuschen wie Sprache etc. mitbekommen.
Ich weiß noch, wie ich schwanger war und jeden Abend, wenn ich von der Praxis zu Fuß nach Hause ging, kam ich an einem Garten vorbei, in dem jedes Mal ein Hund bellte. Am Anfang spürte ich, wie mein Kind erschrak. Später wusste es einige Schritte vorher schon, was kommen würde, und verkroch sich in eine Ecke im Bauch. Ich hielt schützend die Hand dorthin, sprach mit beruhigenden Worten und mein Kind entspannte sich.
Ein anderes Beispiel: Ich hatte einen Patienten, der es erregend fand, von einer schwangeren Therapeutin behandelt zu werden. Im Laufe der Zeit entwickelte ich eine immer größere Aversion gegen den Mann. Wenn mein Kind seine Stimme wahrnahm, wurde es im Mutterleib unruhig. Ich lehnte die Behandlung dann ab.
Wie geht es den Kindern von Leihmüttern und wie erleben sie die ganze Prozedur?
Ich weiß, wie es ist, wenn man unbedingt den Kinderwunsch erfüllt sehen möchte. Ich habe lange auf ein Kind gewartet, bis ich erkannte, dass es egoistisch ist, unbedingt ein Kind zu wollen. Stattdessen habe ich mir vorgestellt, die Welt zu bereisen. Und prompt wurde ich schwanger. Es wäre anmaßend von mir, zu be- oder verurteilen, wie andere Menschen denken und fühlen und welcher Grund wirklich dahintersteckt, dass der Kinderwunsch so immens groß ist, dass das Kindeswohl in vielen Fällen gar nicht berücksichtigt wird.
Ich hatte viele Frauen in meiner Praxis, die sich ein Kind wünschten. Tatsächlich stellten sich nach Behandlungen und Familienaufstellungen Schwangerschaften ein. Dafür haben die Eltern aktiv etwas getan. Oft lag es an den Ahnen und manchmal an alten, begrenzten Überzeugungen. Emotionale und gedankliche Veränderungen waren ein wichtiger Schritt.
Das ist bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht möglich. Das möchte ich an dieser Stelle offenlassen.

Ich möchte den Menschen dort abholen, wo er steht, ihn ein Stück begleiten, damit er selbstständig weitergehen kann.