Rückenschmerzen
Mein Weg 41. Teil
Nieren
Fehldiagnose
Nieren hassen die Kälte
Seit einigen Wochen habe ich Rückenschmerzen, vor allem im Lendenwirbelbereich. Zunächst habe ich meine Narben am Bauch und Rücken behandelt. Da sich mein Zustand nur geringfügig verbessert hat, konnte ich sie als Hauptursache ausschließen. In letzter Zeit stelle ich außerdem fest, dass sich meine Körperhaltung gekrümmt hat. Eine Aufrichtung fällt mir schwer. Durch die Wirbelbrüche hat mein Organismus eine Schutzhaltung eingenommen, um Schlimmeres zu verhindern.
Ich mache meine Brügger-Übung: Ich strecke die Bauchmuskeln kraftvoll heraus und drücke mit den flachen Händen wandernd um den ganzen Bauch herum. Das verbessert die Ansatzreize, die wiederum durch eine Verschaltung von Körper und Gehirn Schmerzen am Rücken verursachen können. Auch diese Übung war dieses Mal nicht besonders hilfreich. Dann kam mir der Gedanke, dass es wieder einen Wirbeleinbruch gegeben hat. Leider lasse ich mich immer wieder von meinen Ich-Gedanken in die Irre führen. Die Schmerzen hatte ich im Liegen, im Stehen, beim Gehen und am schlimmsten beim Bücken.
Inzwischen hatte ich meinen monatlichen Besuch in der Klinik. Der behandelnde Arzt war überrascht, wie gut es mir geht – sowohl körperlich als auch psychisch. Zudem war der Tumormarker überraschend und unerwartet um einiges besser, obwohl ich eine niedrigere Dosis meiner Chemotablette einnehme.
Ich erzählte ihm von meinen Schmerzen um die Lendenwirbel herum. Er fragte: „Hatten wir dort bestrahlt?“ Meine Antwort: „Ja.“ Dann schrieb er wortlos eine Notiz in meine Akte.
Das war’s. Klar, er ist Onkologe und Gynäkologe, aber kein Orthopäde. Zu einem Orthopäden musste ich nicht zusätzlich gehen, denn auf einem Röntgenbild waren vor einem Jahr die Metastasen und Wirbeleinbrüche ja auch nicht zu sehen.
Ich ließ mir tatsächlich noch einige Tage lang von meinen Ichs sämtliche destruktiven Szenarien ausmalen, bis Ulrike sich wieder besann. Es wurde ruhiger in meinem Kopf, und ein wichtiger Satz aus meiner Akupunkturausbildung klang in meinem ganzen Körper: „Die Nieren wohnen in der Lendenwirbelsäule!“ Sofort halfen mir Körper und Geist, mich wieder zu erinnern. Diese Schmerzen hatte ich immer mal wieder nach meiner Bandscheibenoperation vor 49 Jahren. Nach der Operation hatte ich öfter Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Die waren anders als die vom Bandscheibenvorfall.
Es waren Abbrechschmerzen, die schmerzhaft zwischen Lendenwirbel 5 und Kreuzbein 1 einschossen. Dabei hatte ich einen aufgeblähten Bauch, den ich nicht einziehen konnte, denn meine Bauchmuskeln waren auf Abwehrhaltung und Schutz geschaltet.
Damals nahm ich an einer Fortbildung zur Reflexzonentherapie am Fuß bei Hanne Marquardt teil. In diesem Kurs behandelten wir unter anderem die Nieren. Diese Reflexzonen waren sehr schmerzhaft und wurden von meiner Partnerin sehr behutsam behandelt. Ich spürte, dass sich etwas tat, und bearbeitete diese Zonen zu Hause zu oft und zu intensiv weiter. Ich bekam starke Nierenschmerzen und hatte wieder Blut im Urin, wie es gleich nach der Operation der Fall gewesen war.
Laut meiner Lehrerin war die Nierenbeckenentzündung noch nicht ausgeheilt. Daher hatte ich auch kalte Füße und Hände. Mein Körper räumte auf. Ich trank für meine Verhältnisse übermäßig viel und hielt meine Nieren- und Blasengegend warm. Die Rückenschmerzen waren plötzlich verschwunden und ich hatte dauerhaft warme Füße und Hände. Heute weiß ich um Akupunkturpunkte, die ich einsetzte, und um ein aufsteigendes Fußbad, bei dem die Wärme nach einer Stunde und länger den ganzen Körper durchströmt.
Die Schmerzen sind viel besser geworden. Trotzdem werde ich meine Therapien fortsetzen, denn „besser” heißt noch lange nicht „geheilt”. Das vergessen wir Menschen oft. Wir hören zu früh mit den Behandlungen auf.
Anmerken möchte ich noch, dass mir hier Schmerzmittel keine Heilung gebracht hätten. Akupunkturpunkte nur für den Rücken wären auch keine große Hilfe gewesen, das habe ich bei meinem Lehrer, Herrn Thews, gelernt. Wichtig ist die Anamnese, also die Betrachtung von Zunge und Puls sowie das Verständnis der Akupunkturpunkte im Zusammenhang mit Körper und Geist. Die Nieren mögen keine Kälte. Weder von außen noch von den Füßen oder wenn der Körper durch eine Operation geöffnet wird. Die Kälte kriecht heimlich in den Körper.
Da die Schmerzen am Anfang keine Beugebewegungen der Beine und Füße zuließen, um sie heranziehen zu können und per Hand zu behandeln, versuchte ich, die Reflexzonentherapie ebenso wie die Akupunkturpunkt- und Narbenbehandlung per Fernbehandlung durchzuführen. Es funktioniert und es wird immer besser.
Bei Schmerzen in der unteren Lendenwirbelsäule und im Becken sollte man nicht nur an Wirbel, Metastasen, Muskeln und Bandscheiben denken, sondern auch an die Organe, in diesem Fall die Nieren und die Blase. Die Nieren „wohnen” in der Lendenwirbelsäule.

Ich möchte den Menschen dort abholen, wo er steht, ihn ein Stück begleiten, damit er selbstständig weitergehen kann.