Selbstversuch
Mein Weg 35. Teil
Herzenergie ist Trumpf
Chemotablette
Alles ist besser
Wer mich kennt, weiß, dass ich mich bemühe, so ehrlich wie möglich zu sein.So genbe ich zu: Schon seit einiger Zeit fällt mir auf, dass ich am Ende des Monats Tabletten übrig habe. Offensichtlich habe ich sie vergessen einzunehmen. Es war keine Absicht. Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte, denn ich habe alle Einnahmen ganz sorgfältig in ein von der Klinik angebotenes Tagebuch eingetragen. Da sind Lücken. Sobald ich es bemerkt habe, habe ich die Tabletten wieder eingenommen. Es handelt sich um Chemo-, Antihormon- und Calciumtabletten.
Die Chemo-Tabletten machen mir am meisten Probleme. Ich habe bis heute noch nicht in den Beipackzettel gesehen, denn ich weiß, dass unser Gehirn keinen Unterschied zwischen dem, was tatsächlich ist, und dem, was man ihm vorgaukelt, was man liest oder im Fernsehen sieht oder sich einfach nur im Geiste vorstellt, kennt.
Das ist mir aufgefallen, als ich feststellte, dass ich einige Tage lang die Tabletten nicht genommen hatte: Ich habe nachts durchgeschlafen. Wenn ich morgens aufwachte, war ich ausgeschlafen und mein Körper war nicht mehr verspannt. Meine Kinder bemerkten meine Lebendigkeit, vor allem meine kleine Enkelin, die einen innigen Augenkontakt mit mir hielt. Wie im Buch „Wandeltreue“ beschrieben habe, schauen Kinder uns Erwachsenen in die Augen und sehen genau, ob wir in uns zu Hause sind. Dann sprüht „shen“, die pure Herzenergie, aus den Augen. Meine Enkelin hatte Vertrauen zu mir und wollte sogar auf meinen Arm, obwohl ihre Mutter oder ihr Vater sie im Arm gehalten hatten. Meine Besucherinnen waren erstaunt, wie gut ich aussah und wie fröhlich ich war.
Deshalb bat ich Ende November um eine Computertomographie, da ich sichergehen wollte, dass die unregelmäßige Einnahme der Medikamente den Rückgang meiner Knoten nicht verhinderte. Ich hatte selbst bemerkt, dass einige spürbare Knoten kleiner geworden waren. Nach dem CT-Termin erhielt ich eine Kurznachricht: „Alles ist besser geworden.“
Mein Selbstversuch: Ich nehme die Medikamente morgens und abends wieder akribisch nach Vorschrift ein und unterlasse meine Übungen. Tagsüber bin ich müde und muss aufpassen, nicht überall einzuschlafen. Wenn ich nicht aufpasse, wird mir plötzlich schwindelig, sowohl im Stehen als auch im Liegen, sodass ich mich sofort ins Bett legen muss. Ich schlafe dann sehr tief, sodass ich weder das Klopfen an der Tür noch das Klingeln höre. Ich wache auf und bin müde, kann aber nicht mehr schlafen, weil ich eine enorme Unruhe spüre und meine Ichs mich sofort in Beschlag nehmen. Sie quasseln und lassen mich an die unmöglichsten Dinge aus meiner Kindheit denken. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie sogar Geschichten erfinden, die ich nie erlebt habe. Ich vermute, dass die Medikamente und die Ichs auf der gleichen Wellenlänge ihr Unwesen treiben. Die Ichs haben keine Empathie. Es ist ihnen egal, ob es mir gut oder schlecht geht – genauso empfinde ich, wenn ich in die Chemotablette hineinfühle. Im Grunde ist es eine Gleichgültigkeit mir und meinen Knoten gegenüber, die im Inneren schmerzt.
Im frisch sanierten Bad sitze ich dann mit einem Kreuzworträtsel in den Händen auf der Toilette, weil der Durchfall wieder da ist. Mein Geschmackssinn ist getrübt. Wohlschmeckende Gerichte schmecken alle gleich fad. Mir ist immer etwas übel, sodass ich lieber nichts esse. Auch mein Geruchssinn ist stark eingeschränkt. Meine Schleimhäute sind trocken, sodass ich nachts mehrmals etwas trinken muss beziehungsweise meinen trockenen Mund befeuchten muss. An den Augenwinkeln sehe ich helle Blitze und meine Sehkraft hat nachgelassen. Das Lesen fällt mir schwer. Auch mein Gehör ist schlechter geworden, denn ich muss den Fernseher lauter stellen. Meine Haut altert innerhalb weniger Tage und eine tiefe Depression breitet sich aus. Meine Enkelin fängt an zu fremdeln. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich matte Augen. Es ist niemand in mir zu Hause. Meine Beine fühlen sich schwer und Gefühllos an, so dass ich einen unsicheren Gang bekomme. Meine Muskeln wollen mir nicht gehorchen. Mein gesamter Rücken schmerzt und ich werde zunehmend unselbstständig.
Sofort steigen wieder die Bilder von zwei Patientinnen vor mir auf, die unabhängig voneinander verschiedene Krebsarten durchmachten. Sie bekamen Chemotherapie in Form von Infusionen, Bestrahlungen und Operationen, doch es ging ihnen immer schlechter. Schließlich starben sie an den Auswirkungen von Krebs, Metastasen und Medikamenten. Außerdem nahmen sie die Medikamente ein, die auch ich einnehme. Eine der beiden ließ sich von ihrem ganzheitlich arbeitenden Hausarzt außerdem Infusionen mit Vitaminen und Spurenelementen geben. Was beide mieden, waren die Übungen, die mir jetzt helfen.
Nach einigen Tagen begann ich wieder mit meinen Übungen. Ich wollte der Depression keine Chance geben, sich in mir auszubreiten, und deshalb habe ich mich entschieden, etwas dagegen zu unternehmen. Zunächst machte ich wieder mehrmals täglich das Lächelnmudra, das wunderbar funktioniert. Aber das Aufrichten und das Schieben des Brustbeins nach vorne oben klappte nicht. Sofort meldeten sich die Rückenmuskeln mit Schmerzen zurück. Ich hatte mir eine krumme Haltung angewöhnt. Demzufolge hatte es die Depression leicht mit mir. Da fiel mir ein, dass feuchte Kälte und ein bestimmter Luftdruck Narben beeinflussen. (Nachzulesen in „Narben und ihre verborgenen Störfelder“.)
Ich massierte wieder sämtliche Narben und zog in Gedanken eine Spritze mit einem Lokalanästetikum auf, die ich mir dann imaginär unter die Haut spritzte. So hatte ich es noch ganz am Anfang meiner Heilpraktikerausbildung in der Praxis gelernt. HeilpraktikerInnen ist es inzwischen verboten, das Medikament zu benutzen, da Narben als krankes Gewebe gelten, in das nicht hineingestochen werden darf. In der Aurachirurgie ist das möglich, denn dort wird der Patient nicht angefasst.
Meine Bauchmuskeln entspannten sich und damit auch die Rückenmuskeln. Entspannen bedeutet in diesem Fall, dass der normale Muskeltonus noch vorhanden ist und die Muskeln wieder adäquat auf äußere Reize wie Zug und Druck reagieren können. Wie mein früherer Lehrer und Orthopäde schon sagte: „Erst müssen die Bauchmuskeln behandelt werden, dann können auch die Rückenmuskeln wieder gekräftigt werden.“ Bei mir war zusätzlich eine bestimmte Brügger-Übung nötig, um die Ansatzreize der Muskeln zu beheben. Also drückte ich bei jeder Gelegenheit mit Kraft die Bauchmuskeln heraus, bis der Bauch rund wurde, und drückte mit flachen Händen gegen die Bauchmuskeln, vor allem an den Ansätzen. Ja, viele meiner früheren Patientinnen und Patienten kennen die Übung, vergessen sie aber oft – bis auf einige, die stolz erzählen, dass sie seitdem sie die Übung machen, keine Rückenschmerzen mehr haben oder sie schnell wieder in den Griff bekommen.
Meine Haltung wird von Mal zu Mal aufrechter. Mit der Lächelnmudra und der aufrechten Haltung hat die Depression keine Chance. Wichtig ist, die Übungen öfter zu machen.
Außerdem versuche ich, meinem Körper zu helfen, indem ich mir beim Zubereiten meiner Mahlzeiten vorstelle, wie die Gewürze schmecken und riechen. Freundinnen haben mir immer wieder vorgekocht und das Essen eingefroren. Wenn ich mich daran erinnere, wie es damals geschmeckt hat, funktioniert mein Geschmackssinn wieder.
Entspannungs- und Augenübungen helfen, die Blitze rechts und links von den Augen zu lindern. Reiki hilft bei allem, aber besonders auffällig ist, dass meine Durchfälle seitdem nachlassen.
Das Mehrtrinken fällt mir noch etwas schwer, aber auch das werde ich noch hinbekommen. Durch meine Herzmeditationen lasse ich den „Shen“ wieder durch meine Augen fließen.
Es sind alles Übungen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen und sehr wirksam sind. Mit einer Zähltechnik von Silva Mind beame ich mich in den Alphazustand, gehe gedanklich auf die Seychellen und lasse mich in das badewannenwarme Wasser gleiten, in dem schon verschiedene Fische warten, um an meinen Knoten zu knabbern.
Sie wollen wissen, warum die nicht auf einmal alle Knoten fressen? Das liegt an mir.
Ganz einfach: Oft bin ich noch nicht wirklich „Ulrike“. Ulrike ist nicht nur ein Name, Ulrike möchte gefühlt werden. Erst dann spüre ich, wie mein Körper weicher und präsenter wird und ich mit beiden Füßen auf dem Boden stehe. Dann ist Ulrike wieder mit ihrem Herzen und dem Universum verbunden. Es gibt auch Akupunkturpunkte, die ich zu diesem Thema energetisch behandeln kann. Die Knoten gehen in Resonanz mit Ulrike, wenn Ulrike ganz Ulrike fühlt, dann werden die spürbaren Knoten am Hals weicher.
Diese Übungen mit dem Vornamen habe ich in der Pandemiezeit oft ausprobiert, wenn die Impfungen bei meinen PatienInnen zu sehr wirkten. Ich finde die positiven Reaktionen meines Körpers bewundernswert. Und das trotz der Medikamente. Ich gebe zu, ohne diese wären die Übungen leichter und ich müsste sie nicht so oft wiederholen.
Meine Enkelin spiegelt mir, dass ich im Hier und Jetzt angekommen bin und wir wieder auf energetischer Ebene miteinander kommunizieren können. Denn Babys und Kleinkinder befinden sich noch in der Theta-Phase, in der unser Gehirn mit langsamen Wellenlängen arbeitet. In diesem Zustand sind wir nicht nur intuitiv, kreativ und autonom, sondern auch mit der Großen Energie verbunden, in der sich alles Wissen befindet und in der wir wahrscheinlich auch mit unseren Vorleben verbunden sind.
Mit diesen Erkenntnissen steht meinen telefonischen Beratungen nichts im Weg. Also dann, fangen wir damit an.

Ich möchte den Menschen dort abholen, wo er steht, ihn ein Stück begleiten, damit er selbstständig weitergehen kann.